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Aktuelles » Der Winter fängt für Autoreifen schon im Herbst an (10.08.2009 / 09:51)

Schon im letzten Winter galt folgende Regelung: Wenn Sie mit einer ungenügenden Bereifung Auto fahren, droht Ihnen nicht nur ein Bußgeld, sondern auch ein Punkt in Flensburg. Sie sollten Ihr Fahrzeug stets an die jeweiligen Wetterbedingungen anpassen. Es empfiehlt sich, bereits jetzt das Auto mit Winterreifen auszustatten.


Die neue Kfz-Verordnung schreibt vor: "Bei Kraftfahrzeugen ist die Ausrüstung an die Wetterverhältnisse anzupassen. Dazu gehören besonders eine geeignete Bereifung sowie Frostschutzmittel in der Scheibenwaschanlage." Wenn ein Fahrzeug nicht mit den richtigen Reifen versehen ist, können dem Fahrer unnötige Kosten entstehen und der Winter zum wahren Ärgernis werden. Im Fall einer ungenügenden Bereifung ist mit einem Bußgeld in Höhe von 20 Euro zu rechnen. Wenn Sie dadurch den Verkehr behindern oder gar einen Unfall verursachen, haben Sie 40 Euro zu zahlen. Dazu kommt ein Punkt in Flensburg.


Eine "schwammige" Gesetzeslage?


Diese Regelungen sind seit Mai 2006 gültig. Dem ADAC liegen bisher noch keine Informationen über spezielle Kontrollen vor, die überprüfen, ob Fahrzeuge eine angemessene Bereifung aufweisen. Solche Kontrollen würden lediglich im Rahmen von allgemeinen Verkehrskontrollen durchgeführt, wobei der ADAC die Gesetzeslage immer noch als "schwammig" bezeichnet.


Verunsicherungen durch das Gesetz


Die Formulierungen im Gesetz führen zu Verunsicherungen, da Winterreifen nicht ausdrücklich vorgeschrieben werden, und die Wetterbedingungen nicht eindeutig definiert werden. Der ADAC erläutert das Gesetz, wie folgt: „Man kann die Leute nicht im ganzen Land zwingen, Winterreifen aufzuziehen". Während die Straßen im Süden Deutschlands im Winter häufig eingeschneit sind, und Winterreifen sinnvoll sind, bleiben die Straßen in Norddeutschland häufig frei. Der ADAC empfiehlt Winterreifen generell für den Zeitraum von Oktober bis April.


In welchem Fall zahlt die Versicherung?


Unruhe verursacht auch die Annahme, die Versicherungen würden im Fall eines Unfalls unter Berufung auf die veränderte Verordnung nicht zahlen. Dies trifft nicht in der Form zu, da eine Beweislast für die Behauptung bei der Versicherung liegt. Auch der Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute weist auf einen geläufigen Irrtum hin: Die Versicherung übernimmt bei einem Unfall den Schaden, wenn Sie im Winter mit Sommerreifen gefahren sind. Sollte es durch ein grob fahrlässiges Verhalten zu einem Schaden kommen, können Versicherungsunternehmen die Entschädigungssumme verringern.


Die richtige Bereifung ist Pflicht


Heutzutage ist jeder Autofahrer dazu verpflichtet, sein Fahrzeug mit den richtigen Reifen zu versehen. Dazu gehören Winterreifen oder Allwetterreifen. Allwetter- bzw. Ganzjahresreifen sollten die Kennzeichnung M+S aufweisen. Diese Abkürzung steht für „Matsch und Schnee", was bedeutet, dass sich die Reifen auch für die kalte Jahreszeit eignen.


Eine gute Sicht muss sein


Autofahrer haben ebenfalls für eisfreie Scheiben und Spiegel zu sorgen. Dies betrifft auch das Dach und die Motorhaube, da Eis und große herabfallende Schneestücke sehr gefährlich werden können. Sie können Ihr Fahrzeug vor der Fahrt schneller von Eis befreien, indem Sie beim Parken eine bestimmte Folie oder einen Pappkarton auf die Scheiben legen.


Die Fahrweise dem Wetter anpassen


Um immer sicher ans Ziel zu kommen, müssen Sie im Winter noch weitere Dinge bedenken. Wenn Sie es nicht gewohnt sind, im Winter Auto zu fahren, sollten Sie das Fahren auf Schnee vorab auf Verkehrsübungsanlagen üben. Sie sollten beachten, dass sich der Bremsweg auf nasser oder glatter Fahrbahn verlängert und plötzliches Lenken und Schalten schneller die Fahrsicherheit beeinträchtigen kann. Im Winter ist gerade der Abstand zum nächsten Auto besonders wichtig und sollte am besten dreimal so lang wie sonst sein. Wenn sich eine Vollbremsung auch bei einem vorausschauenden Fahrverhalten nicht vermeiden lässt, sollten Sie bei einer ABS-Ausstattung das Bremspedal ganz durchdrücken. Beim Anfahren am Berg und in Kurven sollten Sie stets die Geschwindigkeit drosseln. Um dabei nicht ins Schleudern zu geraten und zu verhindern, dass die Reifen im Stand durchdrehen, empfiehlt es sich weniger Gas zu geben. Wenn Ihr Fahrzeug ein Automatikgetriebe besitzt, sollten Sie möglichst rechtzeitig in den Wintermodus umschalten, um die Beschleunigung des Fahrzeugs den Wetterbedingungen anzupassen.


Im Winter genug Zeit einplanen


Um Autofahrten im Winter genauso sicher wie im Sommer zu machen, sollten Sie neben den technischen Möglichkeiten und dem Anpassen Ihres Fahrstils einen weiteren Aspekt nicht unterschätzen: den Zeitfaktor. Im Winter sollten Sie immer ein wenig mehr Zeit einplanen, um auch bei schlechtem Wetter entspannt und vor allem sicher ans Ziel zu kommen. Wenn Sie unter Zeitdruck stehen, besteht die Gefahr, dass Sie trotz Schnee auf der Straße oder einer schlechten Sicht im Berufsverkehr zu viel Gas geben. Sparen Sie bitte nicht an der Winterumrüstung Ihres Wagens oder an der Fahrzeit, weil es sonst im Winter gefährlich und teuer werden könnte.


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